Zwischen Schafen auf der Stadt Hochalm, Streetfood am Knödelplatz und einem dicht gefüllten Konzertkalender: Das Werksviertel Mitte zeigt sich in den letzten Sommerwochen von seiner lebendigen Seite und stellt schon die Weichen für einen Herbst voller Kultur.
Die höchste Alm der Stadt
Wer an einem Augustabend am Ostbahnhof aus der S Bahn steigt, ahnt nicht unbedingt, dass nur wenige Minuten entfernt Schafe auf einem Dach grasen. Auf dem orangefarbenen WERK3 liegt die Stadt Hochalm mit Wiesenflächen, Obstbäumen, Hochbeeten, Schafen, Hühnern und Bienen, mitten über einem Bürogebäude.
Frei zugänglich ist die Alm nicht. Als geschützter Lebensraum für die Tiere kann sie nur im Rahmen ausgewählter Führungen besucht werden. Bei den regelmäßig angebotenen Schaftouren führt Schäfer Philipp über die Stadt Hochalm. Für Kinder und Jugendliche gibt es mit der Almschule zudem ein eigenes Umweltbildungsprojekt, das Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar macht.
Ein Platz, der den ganzen Sommer kaum zur Ruhe kam
Der Knödelplatz, benannt nach der Pfanni Vergangenheit des Areals, hat einen ereignisreichen Sommer hinter sich. Vom 11. Juni bis 19. Juli wurde hier die Fußball Weltmeisterschaft auf einer 45 Quadratmeter großen LED Wand übertragen. Bereits Anfang Juni brachte das Burger Festival mit mehr als 30 Burger und Foodtrucks Streetfood Atmosphäre ins Werksviertel. Und vom 21. Mai bis 21. Juni gastierte der Cirque du Fleur mit seinem „Summer of Love“ im Quartier.
Nebenan dreht sich das Umadum, das mit seinen 27 Gondeln als größtes mobiles Riesenrad der Welt gilt. Eine Fahrt eröffnet den Blick über München und bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Für besondere Anlässe gibt es auch gastronomische Angebote in den Gondeln.
Und im Container Collective in der Atelierstraße, einer kleinen Pop up City aus ausrangierten Schiffscontainern, treffen Gastronomie, Handel, Kunst und Ateliers aufeinander.
Der September ist dicht gefüllt
Kaum ist der Sommer vorbei, füllt sich der Veranstaltungskalender weiter. TonHalle, Technikum und WERK7 theater liefern im September einen Querschnitt durch unterschiedlichste Genres: Ásgeir am 14. September, Lotte am 18. September, Kitschkrieg am 24. September sowie Madsen und Devin Townsend am gleichen Abend am 26. September. Am 28. September folgt Holly Humberstone.
Dazwischen steht auch klassische Musik auf dem Programm: Am 23. September bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit „Watch This Space: Andrew Staples x BRSO“ seine Kammermusikreihe ins Technikum. Das BRSO ist bereits seit Jahren im Werksviertel präsent und soll künftig im geplanten neuen Konzerthaus seine Heimat finden. Die aktuelle Planung sieht einen großen Konzertsaal mit bis zu 1.900 Plätzen vor.
Wer das Quartier lieber zu Fuß erkundet, kann am 11. September an einer Genusstour und am 18. September an einer Geländeführung teilnehmen. Auch im Oktober bleibt der Veranstaltungskalender mit zahlreichen Konzerten, Shows und weiteren Formaten dicht gefüllt.
Ein Viertel, das aus seiner Vergangenheit gebaut ist
Man kann das Werksviertel schwer verstehen, ohne kurz zurückzuschauen. Jahrzehntelang prägte Pfanni mit seiner Produktion das Areal. Ab Mitte der 1990er Jahre folgte die Ära des Kunstpark Ost und später der Kultfabrik. Zu Spitzenzeiten gab es hier mehr als 30 Clubs, jahrelang galt das Gelände als größtes Feierareal Europas.
Heute ist daraus eines der großen Münchner Stadtentwicklungsprojekte entstanden. Für das gesamte Werksviertel werden rund 7.000 Arbeitsplätze genannt, insgesamt sind rund 1.150 Wohnungen vorgesehen, davon etwa 600 im Werksviertel Mitte. 2023 wurde das Werksviertel mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.
Und die Entwicklung geht weiter: Beim i10, dem letzten Baustein des iCampus, sind die Abbrucharbeiten abgeschlossen. Der Start der Rohbauarbeiten war für Ende Juni vorgesehen. Im i9 PLAZA stärkt künftig PRIME TIME fitness als neuer Mieter das Sport und Wellnessangebot des iCampus.
Und dann kommt das Licht
Der Herbst bringt weitere Kunst, Kultur und Veranstaltungen ins Werksviertel. Zum Jahresende kehrt zudem das WinterWunderWERK zurück. Eislaufbahn, Eisstockschießen, winterliche Gastronomie und ein Live Programm sollen den Knödelplatz erneut in ein urbanes Winterquartier verwandeln.
Bis dahin bleiben noch einige Spätsommerabende. Und einer der ungewöhnlichsten Orte dafür liegt weiter oben, als man denkt.